
Hallo, die Kunsthalle wächst und wächst, so dass wir euch heute eine Künstlerin vorstellen werden:
Nina Wotapka kommt aus Österreich und verdient ihren Lebensunterhalt mit der Kunst. Sie fiel uns mit ihren “Gorks” Designs auf, Wesen, die gegen den Rahmen in dem sie eingeschlossen sind, kämpfen. Auf ihrer Homepage (www.gorks.at) könnt ihr euch all ihre Werke angucken, wirklich empfehlenswert, vor allem wegen der überragenden Vielfältigkeit!
Wir haben uns sehr gefreut ein Interview mit ihr führen zu dürfen, um mehr über sie zu erfahren.
Hier ist es!
+ Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Ich habe schon als Kind sehr früh angefangen zu malen und seitdem nicht mehr aufgehört, genau so wie mit dem Fotografieren.
+ Gab es Lehrer oder andere Personen, die Sie in der Schulzeit/Kindheit künstlerisch beeinflusst haben?
Ja, ich hatte einen Lehrer, einen Medientheoretiker, der mich mit seiner Philosophie sehr beeinflusst hat. Durch ihn erfuhr ich mehr über Medien, Produkte, und wie eine Message ausschaut, die gesendet wird, sowohl von der Seite des Absenders als auch des Empfängers. Es war sehr spannend.
+ Was haben Sie studiert?
Ich habe Design, Kunst und angewandte Kunst bei der Akademie für bildende Künste in Wien studiert. Seit meinem Abschluss in 2003 bin ich selbstständig als Künstlerin tätig.
+ Wo fühlen Sie sich am Wohlsten, wenn Sie zeichnen?
Ich lebe eher zurückgezogen, also fühle mich am wohlsten in meinem Wohnzimmer, da bin ich sicher und zuhause. Draußen zu sein, in der Natur, ist auch sehr inspirierend.
+ Was ist ihre bevorzugte Technik und Farbtöne zum zeichnen?
Im Moment mag ich sehr gern rot, gelb, rosa, bzw pink mit rot gemischt, das ist der absolute Hammer! Am Liebsten benutze ich Acryl Farben, was eher teuer ist, da ich die Farbe gern spachtel und üppig auftrage. Es wirkt für mich einfach befreiend. Ich habe schon mit anderen Farben experimentiert, um zu versuchen es billiger zu halten, aber es kam auf das Gleiche raus, da ich wirklich viel auftrage. Also bleibe ich bei Acryl. Ich skizziere außerdem mit Kohle. Mein Zeichenmaterial bestelle ich bei ulrich-rauhs.de, sehr gut und super günstig.
+ Sie sind in sehr vielen Gebieten künstlerisch tätig. Sie kreeiren Boxen, Rahmen, erfinden Möbel… Sind das alles Aufträge?
Mit Aufträgen komme ich nicht sehr gut klar, also nehme ich kaum welche an. Ich mache alles für mich, oder verschenke es manchmal. Wie zum Beispiel große Patchworkdecken. Die Erste, die ich genäht habe, war für mich, die nächsten zwei habe ich verschenkt und die vierte, riesige, für die ich drei Monate gebraucht habe, war wieder für mich. Es ist toll so viele Motive auszuschneiden, und sie aneinander zu nähen wie man will.
Ich habe oft das Bedürfnis eine Idee umzusetzen. Zum Beispiel habe ich zwei Monate lang eine bestimmte Idee im Kopf, realisiere sie, und dann ist der Faden gegessen.
Werke wie meine Boxen oder Rahmen sind für mich auch ein Stück Widerstand. Es ist eine Kampfansage an das klassische Design, das völlig gegen kitsch und erheblich ist. Während meines Studiums hatte ich ein innere Zensur, die mir so etwas verbot. Heute kann ich alles machen, was ich will. Es ist für jeden zu empfehlen, einfach auszuprobieren.
+ Wie entstehen denn Ihre Gorks?
Ich weiß es nicht. Sie kommen einfach und springen von sich selber auf das Papier!
+ Wie kamen Sie dazu Stofftiere zu machen?
Ich habe zuerst Tierchen skizziert, und auf einmal sind es Stofftiere geworden! Manche sind mit Hand genäht, da es mit der Nähmaschine manchmal nicht geklappt hat…
+ Ihr Werk „Schmetterengel“ ist sehr faszinierend… Was hat dieses Bild auf sich?
Es ist ein Selbstportrait, das ich in einer Zeit gemacht habe, wo ich weg von dieser Welt wollte, Gott sei dank nicht gemacht! (lach)
+ Stellen Sie oft aus?
Nein, wie gesagt, lebe ich eher zurückgezogen. Aber ich bin in einer Atelier Gemeinschaft, die vier mal im Jahr ihre Werke ausstellt, wo ich natürlich mitmache.
+ Gibt es Ausstellungen oder eine Stilrichtung in der Kunst, die Sie bevorzugen?
Ich mag moderne Kunst am liebsten, das 20 sowie das 21 Jahrhundert. Wien ist außerdem sehr inspirierend, aber wenn ich Ausstellungen und Museen besuche, muss ich aufpassen, da es schnell sehr anstrengend werden kann, so viel Inspiration zu finden.
+ Haben Sie Vorbilder? Was schätzen Sie an ihnen?
Meine Vorbilder sind keine Künstler, sondern Frauen, die selbstständig etwas erreicht haben. Elfriede Jelinek hat 2004 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Sie lebt zurückgezogen, schafft es aber alles in ihren Bann zu ziehen.
Simone de Beauvoir war auch eine unglaubliche Frau.
Doris Lessing hat auch den Nobelpreis für Literatur in 2007 bekommen. Sie gehört zu diesen Frauen, die für sich selber produktiv tätig sind, und zwar aus sich selber heraus, ohne, dass sie gezwungen wurden. Sie haben alles aus sich selber geschöpft, ohne in einem größeren Verbund zu sein. Diese Eigenschaften bewundere ich sehr.
+ Was ist momentan Ihr Plan?
Im Februar wird es eine Einzelausstellung geben, wo unter Anderem ein riesiger Gork ausgestellt sein wird. Ich möchte den Gork weiter in den Raum hineingehen lassen, er wird sich ausbreiten und größer werden. Daran werde ich weiter arbeiten, und vielleicht parallel wieder anfangen zu schreiben.
+ Sie schreiben auch?
Ja, ich habe „101 Situations“( http://daphnemeez.wordpress.com/ ) vor zwei Jahren geschrieben. Ich beschreibe peinliche Situationen, in denen sich Frauen oft befinden, und schlage jedes Mal drei Lösungen vor. Es soll also lustig sein. Ich arbeite mit keinem Verlag, aber es ist online auf einem Blog zu lesen.
+ Wo möchten Sie später hin, was ist Ihr Ziel?
Mit mitte 30 weiß ich es nicht genau, außer, dass ich mit der Kunst weiter mache.
Vielen Dank für dieses tolle Interview!